Die HoSt Group ersetzt in Deutschland eine Braunkohlestaub- und Gasfeuerung eines Industrieunternehmens durch ein 25-MW-Biomassekraftwerk, das mit Industrieresthölzern befeuert wird

13 Mai 2026
Die HoSt Group hat mit dem Bau eines 25-MW-Heizkraftwerks auf Basis von Industrieresthölzern in der Region Osnabrück begonnen. Das Projekt trägt unmittelbar zur industrielle Energiewende bei, da es eine bisher vom Industriekunden genutzte Braunkohlestaubfeuerung sowie zwei Gaskessel vollständig ersetzt. Die Anlage, die voraussichtlich Mitte 2027 voll betriebsbereit sein wird, dient als strategisches Vorbild für industrielle Wärme- und Stromverbraucher, die durch zuverlässige und kosteneffiziente erneuerbare Energie in Form eines Contractingmodells aus fossilen Brennstoffen aussteigen wollen.
Im Rahmen dieser „Energy-as-a-Service„-Vereinbarung liefert HoSt Group die schlüsselfertige Technologie für erneuerbare Energien und bleibt Eigentümer und Betreiber der Anlage. Dieses Modell bietet dem Energieabnehmer ein umfassendes Servicepaket: HoSt übernimmt die Investition, die Genehmigungsverfahren und den täglichen Betrieb für mindestens 12 Betriebsjahre, während der Industriekunde ausschließlich in den Bezug der erzeugten nachhaltigen Energie investiert. Dieses Projekt stellt eine Gesamtinvestition von rund 35 Millionen Euro durch die HoSt Group dar, während der industrielle Energieendabnehmer keine eigene Investition tätigen muss und sich weiterhin auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.

Wirtschaftliche und ökologische Tragfähigkeit

Das von der Rabobank finanzierte Projekt zeigt, dass der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell sein kann – vorausgesetzt, Technologie und Partner passen zusammen. Angesichts steigender CO₂‑Preise im Europäischen Emissionshandelssystem und weiterhin volatiler fossiler Energiekosten ermöglicht dieses Technologie‑ und Dienstleistungsmodell langfristig stabile Energiepreise. Damit bietet es industriellen Wärme- und Stromverbrauchern nicht nur finanzielle Vorteile und Planbarkeit, sondern auch klare ökologische Mehrwerte.

Prozessdampf für die Industrie

Die Anlage liefert kontinuierlich bis zu 30 t/h Hochtemperatur‑Prozessdampf sowie 2 MW elektrische Leistung. Als Brennstoff dient lokal verfügbares Industrierestholz – eine echte Kreislauflösung, die sowohl die strengen EU‑Emissionsvorgaben erfüllt als auch die Anforderungen der Erneuerbare‑Energien‑Richtlinie erfüllt. Die Anlage markiert den Übergang von fossilen Brennstoffen wie Kohle und Erdgas hin zu wettbewerbsfähigen, CO₂‑neutralen Reststoffströmen. Jährlich werden dadurch rund 65.000t CO₂ eingespart.

Dekarbonisierung der Industrie

Der Weg zur CO₂‑Neutralität bietet Industriebetrieben die Chance, ihre Energieversorgung langfristig abzusichern. „Die Industrie benötigt eine verlässliche Energieinfrastruktur, die einen reibungslosen und schnellen Übergang ermöglicht. Durch die Nutzung nachhaltiger Restströme für Hochdruckdampf und Strom decken wir genau den spezifischen Energiebedarf, den industrielle Prozesse erfordern“, erklärt Tjeerd Smit, Geschäftsführer der HoSt Group. „Dieses Projekt zeigt, wie industrielle Anwender ihren wesentlichen Energiebedarf dekarbonisieren können – ohne negative Auswirkungen auf ihre Kernprozesse.“

Marc Schmitz, Leiter Projektfinanzierung Europa bei der Rabobank, erklärt: „Die Energiewende hängt von einer verlässlichen Energieinfrastruktur ab, die die Dekarbonisierung unterstützt und gleichzeitig einen stabilen Betrieb gewährleistet. Als genossenschaftlich organisierte Bank bekennen wir uns klar zur Finanzierung der Energiewende und zur Ermöglichung nachhaltiger Lösungen. Wir sind stolz darauf, HoSt zu unterstützen und darauf, wie dieses Projekt beispielhaft zeigt, wie wettbewerbsfähige, CO₂-arme Energie in dieser entscheidenden Säule der Wärmewende gesichert werden kann.“

Das Projekt ist ein weiterer Baustein der Vision der Group, die Industrie durch hochentwickelte grüne Energiesysteme zu dekarbonisieren. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis 2032 insgesamt 25 Millionen Tonnen CO₂ einzusparen.